Heusorten im Vergleich
Timothy, Luzerne, Bergwiesenheu: Namen, die viel versprechen und wenig garantieren. Was tatsächlich dahintersteckt.
Keiner der gängigen Sortennamen ist ein geschützter Begriff. „Bergwiesenheu" sagt nichts über die Höhenlage, „Kräuterheu" nichts über den Kräuteranteil, und ein Timothy-Reinbestand ist nicht automatisch zuckerarm. Was diese Bezeichnungen beschreiben, ist die Herkunft oder die Artenzusammensetzung — nicht die Werte, wegen deren die meisten Käufer sie suchen.
Was tatsächlich einen Unterschied macht, ist der Standort. Ein magerer Hang lässt zwanzig bis vierzig Arten nebeneinander bestehen, weil keine dominiert, und liefert langsamer gewachsene, feinere Halme mit weniger eingelagertem Zucker. Eine gedüngte Talwiese liefert Ertrag und Weidelgras. Beides ist legitim; sie sind für unterschiedliche Tiere.
Luzerne ist der Sonderfall, weil sie kein Gras ist, sondern eine Leguminose: dreimal so viel Eiweiß und bis zu sechsmal so viel Calcium wie Wiesenheu. Das macht sie zu einer wirksamen Ergänzung bei Magengeschwüren, im Wachstum und im Aufbautraining — und zu einem ungeeigneten Grundfutter, besonders bei Nierenproblemen und Harnsteinneigung.
3 Artikel in diesem Thema
- Luzerne für Pferde — wann sie sinnvoll ist und wann nicht Dreimal so viel Eiweiß wie Wiesenheu und sechsmal so viel Calcium. Warum Luzerne eine Ergänzung ist und kein Grundfutter. 05.05.2026
- Timothy-Heu — was Lieschgras wirklich ausmacht Ein Gras, kein Gütesiegel. Was Lieschgras auszeichnet — und warum ein gutes Wiesenheu ihm selten unterlegen ist. 23.06.2026
- Bergwiesenheu und Kräuterheu — was hinter den Namen steckt Keiner der Begriffe ist geschützt. Was der Standort tatsächlich mit dem Heu macht — und woran sich das nachprüfen lässt. 28.07.2026