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Luzerne für Pferde — wann sie sinnvoll ist und wann nicht

Dreimal so viel Eiweiß wie Wiesenheu und sechsmal so viel Calcium. Warum Luzerne eine Ergänzung ist und kein Grundfutter.

Sorten & Spezialheu Veröffentlicht am 05.05.2026

Pferde fressen Heu an einer Raufe im Auslauf.

Luzerne — auch Alfalfa genannt — ist kein Gras, sondern eine Leguminose. Das erklärt fast alles, was sie von Wiesenheu unterscheidet.

Die Zahlen im Vergleich

Wert (in TM)WiesenheuLuzerneheu
Rohprotein8 bis 12 %15 bis 22 %
Calcium4 bis 6 g/kg12 bis 20 g/kg
Rohfaser24 bis 32 %25 bis 30 %
Energie7 bis 9 MJ8 bis 10 MJ
Ca:P-Verhältnisca. 2:1bis 6:1

Luzerne liefert also deutlich mehr Eiweiß und ein Vielfaches an Calcium bei ähnlicher Struktur. Beides ist der Grund für ihren Nutzen — und für ihre Grenzen.

Wofür sie gut ist

Magengeschwüre. Das am besten belegte Einsatzgebiet. Luzerne hat eine hohe Säurebindungskapazität; Calcium und Protein puffern Magensäure. Eine kleine Portion vor dem Training oder vor längeren Fresspausen ist eine anerkannte Maßnahme bei Pferden mit Ulkus-Historie.

Muskelaufbau und Wachstum. Der Eiweißgehalt und das Aminosäurenmuster passen zu Jungpferden im Wachstum, tragenden und laktierenden Stuten sowie Pferden im Aufbautraining.

Schlechte Futteraufnahme. Luzerne wird von den meisten Pferden gern gefressen und kann ein Mittel sein, wenn ein Tier sein Heu verweigert.

Wofür sie nicht taugt

Als Grundfutter. Eine Ration ausschließlich aus Luzerne überversorgt massiv mit Eiweiß. Der Überschuss wird über die Leber zu Harnstoff abgebaut und über die Nieren ausgeschieden — mit erhöhter Wasseraufnahme, stärker riechendem Urin und mehr Ammoniak im Stall, was wiederum die Atemwege belastet.

Bei Nierenproblemen. Die Kombination aus hohem Eiweiß und hohem Calcium ist bei eingeschränkter Nierenfunktion kontraindiziert.

Bei Harnsteinneigung. Der Calciumüberschuss begünstigt die Bildung von Calciumcarbonat-Steinen.

Bei leichtfuttrigen Ponys ohne Arbeit. Zusätzliche Energie, die niemand braucht.

Die sinnvolle Menge

Als Ergänzung, nicht als Basis: 0,3 bis 0,5 kg je 100 kg Körpergewicht und Tag ist die übliche Obergrenze — für ein 600-kg-Pferd also rund 2 bis 3 kg, und das nur bei entsprechendem Bedarf. Für die reine Magenpufferung genügen 0,5 bis 1 kg vor der Belastung.

Der Rest der Raufutterration bleibt Wiesenheu. Die Gesamtmenge ändert sich dadurch nicht, nur ihre Zusammensetzung.

Und der Zucker?

Ein verbreiteter Irrtum ist, Luzerne sei automatisch für Stoffwechselpatienten geeignet, weil sie wenig Zucker enthält. Der WSC-Gehalt liegt tatsächlich oft niedrig — aber Luzerne ist energiereich, und bei EMS-Pferden ist die Energiebilanz mindestens so wichtig wie der Zuckerwert. Ein übergewichtiges Pony mit Luzerne zu füttern, weil sie zuckerarm ist, geht am Problem vorbei.

Was wir anbieten

Wir bauen keine Luzerne an — unsere Flächen sind magere Hangwiesen, und dort wächst sie nicht sinnvoll. Was wir liefern, ist strukturreiches Wiesenheu vom ersten und zweiten Schnitt sowie zuckerarme LEICHTMAHD für Stoffwechselpatienten.

Wenn Sie Luzerne ergänzen möchten, ist das eine gute Kombination: Wiesenheu als Basis, Luzerne als gezielte Zulage. Was die Basis für Ihre Menge kostet, rechnet der Versandrechner aus.

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