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Wissen · Kleintiere

Heu für Kaninchen, Nager und Chinchillas

Bei Kaninchen, Meerschweinchen, Chinchillas und Degus ist Heu nicht Beilage, sondern Grundlage — und der Grund, warum die Zähne funktionieren.

Alle vier Arten sind Dauerfresser mit lebenslang nachwachsenden Backenzähnen. Abgerieben werden diese Zähne allein durch die seitliche Mahlbewegung, und die entsteht bei langfaserigem, kieselsäurehaltigem Material — also bei Heu. Pellets, Gemüse und Obst werden anders gekaut und reiben praktisch nicht ab. Zahnspitzen und Brückenbildung sind deshalb bei Heimtieren die häufigste vermeidbare Erkrankung und fast immer eine Folge zu weichen Futters.

Ebenso wichtig ist die Verfügbarkeit. Der Darm dieser Tiere hat wenig eigene Transportkraft; er läuft im Wesentlichen deshalb, weil vorn Neues nachkommt. Eine längere Fresspause kann in eine Magen-Darm-Stase münden, und die ist innerhalb von ein bis zwei Tagen lebensbedrohlich. Heu wird deshalb nie rationiert, sondern nachgefüllt, sobald die Raufe halb leer ist — rationiert werden Pellets und Frischfutter.

Beim Einkauf werden zwei Zahlen regelmäßig verwechselt: Verzehr und Verbrauch. Kleintiere wühlen und sortieren, und ein guter Teil des angebotenen Heus landet als Einstreu unter den Pfoten. Rechnen Sie mit dem Zwei- bis Dreifachen der Verzehrmenge — für zwei Kaninchen sind das rund zwei Zentner im Jahr. Ab dieser Größenordnung ist die Kleinpackung aus dem Zoofachhandel weder wirtschaftlich noch nachvollziehbar in der Herkunft.

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