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Wissen · Ernte & Schnitt

Ernte, Schnitt und Trocknung

Was ein Heu am Ende leistet, entscheidet sich in den drei bis fünf Tagen zwischen Schnitt und Pressen — nicht im Lager.

Der Schnittzeitpunkt ist die folgenreichste Entscheidung der ganzen Ernte. Früh geschnittenes Gras liefert viel Energie und Eiweiß bei wenig Rohfaser; spät geschnittenes liefert Struktur und wenig Zucker. Keins davon ist besser — sie sind für unterschiedliche Tiere. Ein Sportpferd im Aufbau und ein Pony mit Hufrehe-Historie brauchen buchstäblich gegensätzliches Heu von derselben Wiese.

Zwischen Schnitt und Ballen liegt die Trocknung, und sie kostet Substanz. Jedes Wenden bricht Blätter ab, und die Blätter sind der nährstoffreiche Teil. Zu häufiges oder zu trockenes Wenden erzeugt Bröckelverluste, die im fertigen Ballen niemand mehr sieht — sichtbar wird nur, dass das Heu stängelig wirkt.

Am Ende steht die Restfeuchte. Unter 15 Prozent ist Heu lagerstabil; darüber arbeitet es nach, erwärmt sich und schimmelt im schlechtesten Fall im Kern, wo es beim Kauf niemand prüft. Bodentrocknung, Unterdachtrocknung und Heißluft unterscheiden sich vor allem darin, wie sicher sie diese Grenze erreichen — und wie viel Wetterrisiko dabei bleibt.

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