Sattelzug bestellen +33 7 70 08 40 31
Wissen · Sicherheit & Giftpflanzen

Giftpflanzen und Schimmel im Heu

Zwei Giftpflanzen und ein Pilz verursachen den weitaus größten Teil der futterbedingten Schäden. Alle drei bleiben im getrockneten Heu gefährlich.

Der entscheidende Punkt bei Giftpflanzen ist, dass die Trocknung nichts entschärft. Colchicin in der Herbstzeitlosen und die Pyrrolizidinalkaloide im Jakobskreuzkraut sind hitze- und lagerstabil. Schlimmer noch: Auf der Weide meiden Pferde beide Pflanzen wegen ihres bitteren Geschmacks, im Heu ist dieser Schutz weg. Die tödliche Dosis Herbstzeitlose liegt bei wenigen hundert Gramm Frischpflanze je Pferd.

Jakobskreuzkraut wirkt anders, aber nicht harmloser: Die Alkaloide schädigen die Leber kumulativ. Ein Pferd kann monatelang kleine Mengen aufnehmen, ohne dass etwas auffällt, bis die Leberfunktion kippt — und dann ist der Schaden irreversibel. Deshalb zählt bei beiden Pflanzen nicht die einzelne Mahlzeit, sondern die Frage, ob die Fläche sie überhaupt trägt.

Schimmel ist der dritte Fall und der einzige, den man riechen kann. Muffig, modrig oder stechend heißt: nicht verfüttern, auch nicht als Einstreu — die Sporen gelangen aus der Box genauso in die Atemwege wie aus der Raufe. Ausschließlich das sichtbare Nest herauszubrechen reicht nicht: Sporen und Mykotoxine verteilen sich lange vor der sichtbaren Kolonie über den ganzen Ballen.

3 Artikel in diesem Thema

Alle Themen im Wissensbereich