Chinchillas und Degus werden oft in einem Atemzug genannt, weil sie eine Anforderung teilen, die sie von Kaninchen und Meerschweinchen unterscheidet: Beide vertragen Zucker ausgesprochen schlecht.
Degus: Diabetes ist der Normalfall, nicht die Ausnahme
Degus stammen aus dem trockenen Zentralchile und sind an eine Ernährung aus Gräsern, Rinde und Kräutern angepasst. Ihr Insulinstoffwechsel ist so empfindlich, dass zuckerhaltiges Futter bei einem erheblichen Teil der in Menschenhand gehaltenen Tiere zu Diabetes mellitus führt — mit Katarakt als typischer Folge, oft schon im zweiten Lebensjahr.
Zucker steckt dabei nicht nur in Obst und Leckerlis. Er steckt auch im Heu: Ein früh geschnittenes, blattreiches Wiesenheu kann über 15 Prozent wasserlösliche Kohlenhydrate enthalten, ein später Schnitt vom mageren Standort unter 8 Prozent. Für Degus ist das kein Detail.
Chinchillas: der empfindlichste Verdauungstrakt im Zimmer
Chinchillas kommen aus den Anden und sind auf karges, faserreiches Futter spezialisiert. Ihr Darm reagiert auf Zucker und Stärke mit Fehlgärungen — Blähungen, Durchfall, im schlimmsten Fall Trommelsucht.
Auch hier gilt: Struktur ja, Energie nein. Ein grobes, spät geschnittenes Heu ist für ein Chinchilla artgerechter als ein feines, energiereiches.
Der Tagesbedarf
| Art | Gewicht | Heu je Tier und Tag |
|---|---|---|
| Chinchilla | 500 bis 700 g | 30 bis 50 g |
| Degu | 200 bis 300 g | 15 bis 30 g |
Wie bei allen Dauerfressern gilt: ununterbrochen verfügbar, nicht rationiert. Die Zahlen oben sind Verzehrmengen, keine Vorlagemengen — angeboten wird mehr, weil ausgesucht und verstreut wird.
Welches Heu konkret
Gesucht ist ein später Schnitt von magerem Standort: rohfaserreich, zuckerarm, kräuterhaltig, staubarm. Das ist dieselbe Ware, die für Pferde mit EMS oder Hufrehe gekauft wird — die Anforderung ist praktisch identisch, nur die Menge unterscheidet sich um den Faktor dreihundert.
Was Sie meiden sollten:
- Luzerneheu als Hauptfutter. Zu eiweiß- und calciumreich, führt bei beiden Arten zu Harngrieß.
- Fertigmischungen mit Getreide, Melasse oder Trockenobst. Bei Degus akut schädlich.
- Sehr feines, dunkelgrünes Frühjahrsheu. Sieht hochwertig aus, ist für diese Arten zu energiereich.
Ohne Laborwert bleibt die Zuckerfrage Vermutung. Wir weisen WSC und Fruktan je Charge im Halmpass aus — bei diesen beiden Arten ist das kein Komfort, sondern der Unterschied zwischen geeignet und ungeeignet.
Sandbad, Nagematerial, Wasser
Drei Dinge, die zum Heu gehören und regelmäßig fehlen:
- Sandbad für Chinchillas täglich für 20 bis 30 Minuten, nicht dauerhaft im Käfig.
- Nagematerial aus ungespritzten Zweigen (Apfel, Birne, Weide, Haselnuss) zusätzlich zum Heu.
- Wasser in einer Flasche, täglich gewechselt — auch wenn beide Arten wenig trinken.
Unsere LEICHTMAHD ist der späte Hangschnitt mit ausgewiesenem Zuckerwert; für kleine Mengen gibt es sie im 10-kg-Paket. Was das mit Versand kostet, sehen Sie sofort im Versandrechner.