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Hufrehe: welches Heu — und worauf es beim Zucker wirklich ankommt

Unter 10 Prozent WSC ist die Zielmarke. Warum sie ohne Analyse nicht zu treffen ist und was Wässern tatsächlich herausholt.

Gesundheit Veröffentlicht am 12.05.2026

Pferd auf einer abgeblühten, mageren Weide mit kurzem Aufwuchs.

Hufrehe ist keine Hufkrankheit. Sie ist die sichtbare Folge einer Stoffwechselentgleisung, die in der überwiegenden Zahl der Fälle mit Insulin zusammenhängt — und damit mit dem, was das Pferd frisst.

Die Zielmarke: unter 10 Prozent WSC

Für rehegefährdete Pferde gilt in der Fütterungsberatung eine Obergrenze von 10 Prozent wasserlöslichen Kohlenhydraten (WSC) in der Trockenmasse, bei akuter Historie eher 8 Prozent. WSC fasst Zucker und Fruktan zusammen; beides erhöht die Insulinantwort.

Das Problem an dieser Zahl: Man sieht sie einem Ballen nicht an. Heu von derselben Wiese kann je nach Schnittzeitpunkt, Witterung der Vorwoche und Tageszeit der Mahd zwischen 6 und 20 Prozent WSC liegen. Grünes, duftendes, optisch tadelloses Heu kann der schlechtere Kauf sein — hoher Zucker entsteht genau bei dem sonnigen Wetter, das auch schön aussehendes Heu macht.

Deshalb steht bei uns zu jeder Charge ein Laborwert im Halmpass. Ohne Analyse ist „zuckerarm” eine Behauptung.

Was Wässern wirklich bringt

Wässern ist das einzige Verfahren, das den Zuckergehalt eines fertigen Heus noch senkt. Größenordnung nach den vorliegenden Untersuchungen:

DauerWSC-ReduktionNebenwirkung
15 Min. kalt10 bis 20 %gering
30 Min. kalt20 bis 30 %Keimzahl steigt
60 Min. kalt30 bis 50 %Keimzahl steigt deutlich

Die Streuung ist groß, weil sie von der Halmstruktur abhängt: Feines Heu gibt schneller ab als grobes. Verlassen kann man sich auf eine feste Prozentzahl also nicht — Wässern verschiebt einen Grenzfall, es rettet kein Heu mit 18 Prozent WSC.

Und es hat einen Preis: Mit dem Zucker gehen Kalium, Magnesium und wasserlösliche Vitamine mit. Wer dauerhaft wässert, sollte die Mineralversorgung anpassen.

Fruktan und der Mythos vom Herbstgras

Fruktan ist der Speicherzucker der Gräser und schwankt tageszeitlich stark: niedrig am frühen Morgen, hoch am sonnigen Nachmittag, besonders hoch nach kalten Nächten mit sonnigen Tagen — also im Frühjahr und Herbst. Das gilt für Weidegras.

Im Heu ist die Frage längst entschieden. Der Fruktangehalt eines Ballens ist der vom Schnittzeitpunkt, und der lässt sich im Nachhinein nicht mehr beeinflussen. Wer bei einem Rehepferd auf die Uhrzeit achtet, tut das richtige auf der Weide und das Falsche im Stall.

Was im Akutfall gilt

Ein akuter Reheschub ist ein Notfall. Die Fütterung ist dann nicht das erste Thema — Entlastung, Kühlung und Schmerztherapie sind es. Für die Ration in dieser Phase gilt:

  • Weide sofort und vollständig weg.
  • Kein Kraftfutter, keine Möhren, kein Obst, keine Melasse.
  • Heu mit bekanntem niedrigem WSC, ersatzweise 60 Minuten gewässert.
  • Menge nicht unter 1,5 Prozent des Körpergewichts — Hungern löst eine Hyperlipidämie aus und macht alles schlimmer.

Langfristig entscheidet die Menge mit

Zuckerarmes Heu ad libitum ist bei einem übergewichtigen Pony kein Freibrief: Auch 8 Prozent WSC summieren sich, wenn davon vierzehn Kilogramm gefressen werden. Die Ration wird bei Reheanfälligkeit deshalb meist auf 1,5 Prozent des Zielgewichts begrenzt und über engmaschige Netze auf möglichst viele Stunden gestreckt.

Unsere LEICHTMAHD ist genau für diesen Fall geschnitten: spät, vom mageren Hang, mit ausgewiesenem WSC- und Fruktanwert je Charge. Was eine bestimmte Menge kostet, rechnen Sie im Versandrechner aus — auch nach Kilogramm.

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