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Heu für alte Pferde — wenn die Zähne nicht mehr mitmachen

Wickel im Trog sind das erste Zeichen. Warum Heu trotzdem die Basis bleibt und wie sich die Struktur ersetzen lässt, wenn die Backenzähne aufgeben.

Gesundheit Veröffentlicht am 08.04.2026

Heucobs aus der Nähe, gleichmäßig gepresste Zylinder in warmem Grüngold.

Das erste Zeichen liegt meistens im Trog oder unter der Raufe: kleine, ausgespuckte Bällchen aus zusammengeknautschtem Heu. Wickel, im Fachjargon Quids. Sie bedeuten, dass das Pferd Heu aufnimmt, es aber nicht klein genug bekommt, um es zu schlucken.

Warum die Backenzähne irgendwann aufgeben

Pferdezähne wachsen ein Leben lang nach und schieben sich etwa zwei bis drei Millimeter pro Jahr aus dem Kiefer. Irgendwann ist die Reserve aufgebraucht — meist zwischen zwanzig und dreißig Jahren, bei manchen Pferden deutlich früher. Was bleibt, ist eine kurze Zahnkrone mit wenig Mahlfläche, oft dazu Lücken, Wellengebisse oder lockere Zähne.

Ein Pferd mit dieser Ausgangslage kann Heu noch aufnehmen und auch noch abbeißen. Was es nicht mehr kann, ist die seitliche Mahlbewegung, die lange Halme auf die zwei bis drei Millimeter zerkleinert, ab denen der Dickdarm sie verwerten kann.

Die Folge, die man zuerst sieht: Gewicht

Unzerkaute Fasern liefern kaum Energie. Ein altes Pferd mit Zahnproblemen kann also stundenlang fressen und trotzdem abnehmen — und weil es beschäftigt wirkt, fällt es lange nicht auf. Die zweite Gefahr ist ernster: Zu grobe Faser ist die häufigste Ursache für Schlundverstopfungen und trägt zu Verstopfungskoliken bei.

Was an die Stelle von Langhalm tritt

Die Reihenfolge ist wichtig. Heu bleibt die Basis, solange das Pferd es verwertet — Struktur hält den Darm in Gang und die Fresszeit lang. Erst wenn nachweislich Wickel fallen oder das Gewicht sinkt, wird ersetzt.

Weicheres Heu zuerst. Ein später, stängeliger Schnitt ist für ein zahnschwaches Pferd schwerer als ein früher, blattreicher. Wer bisher zuckerarme, späte Ware gefüttert hat, sollte prüfen, ob der Stoffwechsel das noch verlangt — bei einem alten, eher zu dünnen Pferd ist Energie meist wichtiger als Zuckerreduktion.

Heucobs als Teilersatz. Eingeweichte Heucobs liefern dieselbe Faser in einer Form, die keine Mahlarbeit mehr verlangt. Sie sind der wirksamste Einzelschritt und lassen sich gut dosieren: erst ein Viertel der Ration ersetzen, nach zwei Wochen mehr, bis das Gewicht steht.

Nie trocken anbieten. Cobs quellen. Ein zahnschwaches Pferd schluckt sie halb zerkaut, und dann quellen sie im Schlund. Zwölf Minuten in reichlich warmem Wasser, bis nichts Festes mehr zu sehen ist.

Ein realistischer Rationsplan

Für ein 550-kg-Pferd, das Heu nur noch teilweise verwertet:

AnteilFutterMenge (Trockenmasse)
Basisweiches Heu zur freien Verfügungso viel wie aufgenommen wird
ErsatzHeucobs, eingeweicht2 bis 4 kg, auf 3 Mahlzeiten
ErgänzungÖl oder Seniorfutter bei Bedarfnach Gewichtsverlauf

Die Gesamtmenge bleibt bei 1,5 bis 2 Prozent des Körpergewichts — die Grundrechnung ändert sich nicht, nur die Form.

Was Sie regelmäßig prüfen sollten

Zahnkontrolle mindestens einmal jährlich, bei Pferden über zwanzig eher halbjährlich. Gewicht alle zwei Wochen mit Maßband an derselben Stelle — der Blick täuscht, gerade bei Winterfell. Und einmal wöchentlich der Blick unter die Raufe: Wickel sind das ehrlichste Frühwarnsystem, das es gibt.

Unsere COBS SONNE sind sonnengetrocknete Wiesenheu-Cobs ohne Melasse und ohne Bindemittel — dieselbe Ernte wie unser Heu, nur anders aufbereitet.

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