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Heu draußen lagern — wenn keine Halle da ist

Außenlagerung kostet immer Substanz. Wie sich der Verlust von dreißig auf unter zehn Prozent drücken lässt — und warum Folie das Falscheste ist.

Lagerung & Technik Veröffentlicht am 02.06.2026

Traktor mit Anhänger voller Rundballen auf dem Weg vom Feld zum Hof.

Nicht jeder hat eine Halle. Heu im Freien zu lagern ist möglich, aber es ist immer ein Kompromiss — und der wird teuer, wenn man ihn falsch eingeht.

Womit Sie rechnen müssen

Bei ungeschützter Außenlagerung über einen Winter liegen die Verluste je nach Region und Ausführung bei 15 bis 35 Prozent der Trockenmasse. Betroffen ist vor allem die Außenschicht: Regen dringt fünf bis fünfzehn Zentimeter ein, die Schicht verdirbt, und was darunter liegt, zieht Feuchtigkeit nach.

Mit guter Ausführung lässt sich das auf unter zehn Prozent drücken. Die drei Hebel sind Untergrund, Abdeckung und Stapelform — in dieser Reihenfolge.

1 · Untergrund

Der wichtigste Punkt, und der am häufigsten unterschätzte. Feuchtigkeit von unten richtet mehr Schaden an als Regen von oben, weil sie nicht abtrocknet.

  • Niemals direkt auf Erde, Gras oder Beton.
  • Paletten, Kanthölzer oder eine Kiesschüttung mit mindestens 15 cm Luft.
  • Der Platz muss abschüssig oder erhöht liegen, damit Wasser wegläuft statt zu stehen.
  • Kein Standort unter Bäumen: Tropfwasser und Laub halten die Feuchte dauerhaft im Stapel.

2 · Abdeckung — Vlies, nicht Folie

Das ist die entscheidende Unterscheidung. Eine dichte Plane hält Regen ab und schließt zugleich die Feuchtigkeit ein, die das Heu selbst abgibt. Unter Folie schwitzt ein Stapel und schimmelt zuverlässig.

Richtig ist ein atmungsaktives Heuvlies: wasserabweisend, aber dampfdurchlässig. Es kostet mehr als eine Plane und hält mehrere Saisons.

Wenn nur eine Plane verfügbar ist, gelten zwei Regeln: nur die oberste Lage abdecken, niemals bis zum Boden, und an den Seiten mindestens 40 cm offen lassen, damit Luft ziehen kann.

3 · Stapelform

Die Form entscheidet, wie viel Fläche dem Regen ausgesetzt ist.

  • Rundballen stehend lagern, nicht liegend. Die gewickelte Mantelfläche wirft Wasser ab, die offenen Stirnflächen saugen es auf.
  • Quaderballen hochkant und dicht an dicht, sodass die Oberseite eine geschlossene Fläche bildet.
  • Eine Pyramide oder ein Satteldach aus der obersten Lage lässt Wasser ablaufen, statt es in Mulden stehen zu lassen.
  • Reihen in Nord-Süd-Richtung anlegen, damit beide Seiten Sonne abbekommen.

Was Sie damit nicht lösen

Außenlagerung ist für Stroh vertretbar und für Futterheu grenzwertig. Wer Heu für ein Pferd mit Atemwegsproblemen lagert, sollte den Kompromiss nicht eingehen — die Keimbelastung steigt auch bei guter Ausführung, und staubarmes Heu bleibt nur staubarm, wenn es trocken bleibt.

Ebenso wenig lässt sich die Schwitzphase draußen abfangen. Frisch gepresste Ware muss sechs Wochen unter Dach nachtrocknen, bevor sie ins Freilager kann.

Die ehrliche Rechnung

Ein Heuvlies für hundert Quadratmeter kostet je nach Qualität einen niedrigen dreistelligen Betrag und hält drei bis fünf Jahre. Zehn Prozent Verlust bei fünf Tonnen Heu sind rund eine halbe Tonne — bei Marktpreisen deutlich mehr als das Vlies.

Wer nur wenig Platz unter Dach hat, lagert dort das Futterheu und draußen das Stroh. Wie viel Fläche welche Menge braucht, steht unter Platzbedarf berechnen; und wenn die Alternative ein zweiter Kauf im Frühjahr ist, lohnt vorher der Blick auf die Preisentwicklung.

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