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Heu für Fohlen und Jungpferde — ab wann und wie viel

Fohlen knabbern ab der zweiten Lebenswoche. Warum die Heuqualität in den ersten drei Jahren mehr entscheidet als jedes Ergänzungsfutter.

Fütterung & Bedarf Veröffentlicht am 01.09.2026

Pferde auf der Koppel im Abendlicht, im Hintergrund die Hanglage.

In den ersten drei Lebensjahren entstehen Skelett, Sehnen und der Verdauungstrakt, mit dem ein Pferd den Rest seines Lebens auskommen muss. Heu ist daran stärker beteiligt, als die meisten Fütterungspläne abbilden.

Ab wann Fohlen Heu fressen

Schon in der zweiten bis dritten Lebenswoche beginnen Fohlen zu knabbern — zunächst spielerisch, ohne nennenswerte Nährstoffaufnahme. Der Zweck ist ein anderer: Die Darmflora, die später Zellulose aufschließen soll, muss besiedelt werden. Das geschieht über das Futter und über den Kot der Mutter.

Ab dem dritten Monat wird die Aufnahme relevant, weil die Milchleistung der Stute zurückgeht. Ab dem sechsten Monat ist Raufutter die Hauptenergiequelle.

Praktisch heißt das: Fohlen brauchen von Anfang an Zugang zu gutem Heu, auch wenn sie es zunächst kaum fressen.

Wie viel Jungpferde brauchen

Die Faustregel bleibt 1,5 bis 2 Prozent des Körpergewichts an Trockenmasse — nur wächst das Körpergewicht.

Alterungefähres GewichtHeu je Tag
6 Monate200 kg3 bis 4 kg
12 Monate320 kg5 bis 6,5 kg
24 Monate450 kg7 bis 9 kg
36 Monate520 kg8 bis 10 kg

Jungpferde haben einen höheren Energiebedarf je Kilogramm als ausgewachsene Tiere und sollten am oberen Rand gefüttert werden. Die Grundrechnung gilt unverändert, nur die Ausrichtung ändert sich.

Welche Qualität

Hier unterscheidet sich der Bedarf deutlich vom erwachsenen Freizeitpferd:

Mehr Eiweiß, nicht weniger. Wachsendes Gewebe braucht Aminosäuren. Ein Rohprotein von 10 bis 13 Prozent ist erwünscht — ein blattreicher zweiter Schnitt passt hier oft besser als ein sehr später erster.

Zuckerarm ist kein Ziel. Ein gesundes Jungpferd im Wachstum braucht Energie. Die Zuckerreduktion, die bei EMS-Pferden richtig ist, ist hier kontraproduktiv.

Aber: nicht überversorgen. Zu viel Energie führt zu schnellem Wachstum, und schnelles Wachstum ist der wichtigste Risikofaktor für Osteochondrose (OCD). Der Grat ist schmal — gleichmäßiges, eher langsames Wachstum ist das Ziel, nicht maximales.

Mineralstoffe im Blick. Das Calcium-Phosphor-Verhältnis sollte zwischen 1,5:1 und 2:1 liegen. Heu allein liefert das selten passend; ein Mineralfutter für Aufzuchtpferde gehört dazu. Genau hier wird ein Laborwert nützlich, weil er die Basis benennt, auf die ergänzt wird.

Einwandfrei hygienisch. Der junge Atemtrakt ist empfindlicher. Schimmel und hohe Staubbelastung in den ersten Lebensjahren gelten als Wegbereiter für späteres Equines Asthma.

Was oft falsch gemacht wird

Zu viel Kraftfutter, zu wenig Heu. Der Klassiker in der Aufzucht. Stärke aus Getreide fördert schnelles Wachstum und belastet den unfertigen Darm. Struktur zuerst, Ergänzung danach.

Rationiertes Heu. Jungpferde sollten Raufutter praktisch unbegrenzt haben. Fresspausen prägen das Verhalten dauerhaft und begünstigen später Magengeschwüre.

Heu vom Boden im Matsch. Sandaufnahme ist bei Jungtieren häufiger, weil sie unsauberer fressen. Vorlage auf befestigtem Grund oder in flachen Raufen.

Unsere HANGMAHD 2. Schnitt ist der blattreichere, etwas eiweißreichere Schnitt und passt für Aufzuchtgruppen gut. Welche Menge eine Gruppe über den Winter braucht und was sie mit Fracht kostet, rechnen Sie im Versandrechner — dort auch direkt in Kilogramm oder als komplette Lkw-Ladung.

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